Die Planung von LED-Beleuchtungslösungen in hoher Qualität im Sinne der Energieeffizienz erfordert aufgrund der höheren Komplexität ein spezielles Wissen. Planern von Beleuchtungsanlagen möchten wir vermitteln, welche Kriterien bei einer Umstellung auf LED-Beleuchtungslösungen unbedingt beachtet werden müssen.
Über an Zeit und Umgebung angepasste Lichtstärkeverteilungskurven und passende Steuerungskonzepte können Beleuchtungslösungen erreicht werden, die unter Berücksichtigung geltender Normen die Kriterien Energieeffizienz, Verkehrssicherheit und Lichtqualität sowie eine Verringerung der Lichtverschmutzung einbeziehen.
Ein Auszug aus den bisher vorliegenden Forschungsergebnissen gibt Hinweise, die bei der Beleuchtungsplanung von Straßenbeleuchtungsanlagen berücksichtigt werden sollten:

  • Auf Beleuchtungsstärke optimierte Straßenbeleuchtungsanlagen erfüllen die Gütekriterien der DIN (EN) 13201, können jedoch zu sehr ungleichmäßigen Leuchtdichteverteilungen führen.
  • Kleinere Mastabstände führen zu höheren Gleichmäßigkeiten.
  • Die Planung sollte generell nach Leuchtdichte und nicht nach Beleuchtungsstärke erfolgen.
  • Eine auf Leuchtdichte optimierte Lichtstärkeverteilungskurve muss die Reflexionseigenschaften der Straßendeckschicht berücksichtigen.
  • Um die Effizienz einer Beleuchtungsanlage zu erhöhen und die Lichtverschmutzung durch Streulicht zu minimieren, sollten alle Nutzflächen im Verkehrsraum beschrieben und mit angepassten Beleuchtungsniveaus anforderungsgesteuert belegt werden.
  • Blendung durch LED-Leuchten kann vermieden werden, in dem Masthöhen von mindestens 6 m, große leuchtende Flächen und eng verbaute LEDs in der Leuchte gewählt werden. Zusätzliche Optiken können die Blendung ebenfalls reduzieren.
  • Breite Lichtstärkeverteilungskurven, die für hohe Mastabstände und trockene Straßen geeignet sind, blenden besonders bei nassen Straßen mehr und werden von Nutzern weniger akzeptiert. Flache Lichtstärkeverteilungskurven, die für nasse Straßen geeignet sind, blenden weniger.
  • Eine asymmetrische Beleuchtung (Gegenstrahlprinzip) benötigt bei höherer Sichtbarkeit theoretisch nur die Hälfte des Lichtstroms und kann unter Ausschluss von Blendung auf geeigneten Straßen (Einbahnstraßen, Straßen mit baulich getrennten Fahrtrichtungen) eingesetzt werden.
  • Bei der Leuchtenauswahl muss im Vorfeld gezielt darauf geachtet werden, dass optimale Lichtstärkeverteilungskurven erreicht werden können.
  • Eine warmweiß beleuchtete Straßenbeleuchtungsszene wird gegenüber einer kaltweißen Beleuchtung von Nutzern bevorzugt. Unter Beachtung der höheren Investitions- und Energiekosten kann sie gezielt eingesetzt werden.
  • Eine neutralweiße Lichtfarbe für Straßenbeleuchtungsanlagen ist ein guter Kompromiss aus Energieeffizienz und Nutzerakzeptanz.