Vorhandene Beleuchtungskonzepte beruhen auf der seit gut 60 Jahren eingesetzten Gasentladungslampentechnologie, die bei weitem nicht eine so maßgeschneiderte Ausleuchtung ermöglichte, wie sie mit LED-Leuchten heute möglich ist. Der LEDLaufsteg hat es sich zum Ziel gesetzt, wissenschaftliche Aussagen darüber zu erarbeiten, welche Beleuchtungskonzepte für gleiche Sichtbedingungen welchen Energieeinsatz benötigen. Highlight stellt dabei die Forschungsstrecke dar, die mit verfahrbaren Masten ausgestattet ist. Dort wird in den kommenden Jahren untersucht, wie die Beleuchtung unserer Städte in Zukunft aussehen kann. Dabei werden sowohl ökologische als auch qualitative Aspekte berücksichtigt, mit dem Ziel, für jede Beleuchtungssituation eine maßgefertigte Beleuchtungslösung anzubieten.

Da es bei der Umsetzung der LED-Beleuchtungskonzepte durch mögliche Absenkungen bzw. Änderungen der Lichtverteilung um sicherheitsrelevante Entscheidungen geht, müssen alle neuen Konzepte anhand von Versuchen mit realen Leuchten validiert werden. Erst dann können sie in nationale und internationale Standards und Normen einfließen. Hierzu bietet der LEDLaufsteg beste Voraussetzungen, denn hier können verschiedene LED-Beleuchtungen unter gleichen Bedingungen (Verbauung, Straßenbreite, Straßentyp) betrachtet und verglichen werden.

Neben einer Leuchtdichte- und Beleuchtungsstärkeoptimierten Beleuchtung der Straße wird auf dem LEDLaufsteg erstmalig auch eine Visiblity-optimierte Beleuchtung realisiert. Darüber hinaus sollen Mit- und Gegenstrahlbeleuchtungen installiert und hinsichtlich des erreichbaren Sichtbarkeitsniveaus unter Berücksichtigung der dafür benötigten Energie mit konventionellen Konzepten verglichen werden. Auch eine differenzierte und anwendungsorientierte Ausleuchtung von Nutzflächen (Straße, Geh- und Radweg, Hausfassaden) – was als wesentlicher Faktor für zukünftige Energieeinsparung bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität gilt, wird auf dem Laufsteg erprobt.

In allen Bereichen wird eine bestmögliche Erkennbarkeit von Objekten angestrebt. Der Bewertung der Erkennbarkeit dienen Leuchtdichtebilder der Vergleichsmessungen, in welchen die vorhandenen Kontraste bei der Verwendung von Referenzsehobjekten hin untersucht und ausgewertet werden. Ziel ist es, einen Kriterienkatalog qualitativ hochwertiger und quantitativ messbarer Beleuchtungsinstallationen für zukünftige Straßenbeleuchtung. Dieser wird insbesondere die Optimierung der Lichtlenkung und Lichtverteilung sowie Empfehlungen zur Wahl spezifischer spektraler Verteilungen der Lichtquellen enthalten.

Alle Installationen auf dem LEDLaufsteg werden durch das Fachgebiet Lichttechnik der TU Berlin wissenschaftlich begleitet. Die Begleitung umfasst umfangreiche Pri- und Post-Untersuchungen. Diese umfassen die Messung und Dokumentation aller relevanten lichttechnischen, optischen, elektrischen und energetischen Parameter, welche zur Beurteilung der Qualität dieser öffentlichen Beleuchtung hinsichtlich der Sicherheit und Akzeptanz in der Bevölkerung als Grundlage dienen. Im Einzelnen sind dies:

  • Verteilung der Beleuchtungsstärke in horizontaler und vertikaler Ausrichtung sowie mit halbzylindrischer Bewertung mit entsprechenden Längs- und Gesamtgleichmäßigkeiten
  • Verteilung der Leuchtdichte aus Sicht der jeweiligen Beobachterposition der Verkehrsteilnehmer mit entsprechenden Längs- und Gesamtgleichmäßigkeiten
  • Bestimmung der Sicht- und Erkennbarkeit von Objekten mittels ortsaufgelöster Leuchtdichtebildmessung
  • Lichtfarbe und Spektrum des von der Beleuchtungsanlage emittierten Lichts
  • Wissenschaftliche Befragungen zur Akzeptanz der Beleuchtung in der Bevölkerung von Verkehrsteilnehmern und Anwohnern hinsichtlich Sicherheitsgefühl und Erscheinungsbild
  • Ermittlung des Energiebedarfs, des Energiemanagementkonzeptes und des Wartungskonzeptes